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Attraktivität als Arbeitgeber

Wie es funktioniert – und wie garantiert nicht

Attraktivität als Arbeitgeber wird in den nächsten Jahren eine wettbewerbs-, wenn nicht existenzentscheidende Bedeutung erlangen. Die Bundesrepublik nähert sich unaufhaltsam dem Stadium von Vollbeschäftigung – und Arbeitskräftemangel.

Unternehmen, die eine hohe Attraktivität als Arbeitgeber besitzen, werden ihre Vakanzen sicherlich auch in Zukunft verzögerungsfrei abdecken können. Die Betriebe aber, die nicht über eine ausgeprägte Arbeitgeberattraktivität verfügen, befinden sich bei der Personalbeschaffung schon heute in ernsten Schwierigkeiten.

Personaler und insbesondere die Recruiter der Unternehmen, die es auf die Zielgruppe der Hochschulabsolventen abgesehen haben, werfen gern einen Blick auf die Absolventenbarometer von Trendence und Universum. Bei den Absolventen im IT-Bereich lässt Google als Arbeitgeber seit Jahren alle Wettbewerber weit hinter sich. Für frischgebackene Ingenieure und wirtschaftswissenschaftliche Absolventen besitzen stets die Automobilhersteller Audi, VW, Porsche und BMW die höchste Attraktivität als Arbeitgeber.

Und wenn man keine Autos herstellt?

Die Arbeitsmarktführer verdanken ihre Position zweifellos ausschließlich der Beliebtheit ihrer Produkte. Ihnen fliegen die besten Bewerber nur so zu. Doch keine andere Branche kann mit solch attraktiven und zugleich allseits bekannten Produkten aufwarten wie der Automobilsektor. Für 99 Prozent der Unternehmen heißt es daher: Die Ärmel hochkrempeln und andere Wege finden, um die im Wettbewerb um Arbeitskräfte erforderliche Attraktivität als Arbeitgeber zu erzielen.

Lese-Tipp zum Thema Attraktivität als Arbeitgeber

Wolf, Gunther: Wie Sie mit Maßnahmen der Mitarbeiterbindung Ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern. In: Bodymedia 1, Bruchsal: Horn Verlag 2014. » Download bei unseren Employer Branding Publikationen.

Wer hier nicht helfen kann, hat sich auch bereits deutlich gezeigt: Werbe- und Kreativagenturen. Ein paar Millionen Euro hat sich der Branchenprimus des Lebensmitteleinzelhandels seine Arbeitgeberattraktivitäts-Kampagne kosten lassen. Auf bewundernswerte Weise hat es die Werbeagentur dann auch noch geschafft, das entsprechende Arbeitgebervideo viral auf nahezu jedes deutsche Smartphone zu verbreiten. Doch das messbare Ergebnis lässt zu wünschen übrig: Die Zielgruppe der Bewerber erachtet das Unternehmen dennoch nicht als „supergeil“.

Interne Attraktivität als Arbeitgeber

Warum nicht? Wo lag der Fehler? Ganz einfach: EDEKA hat den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. Attraktivität als Arbeitgeber kommt von innen. Bevor ein Unternehmen mit einer Arbeitgeberattraktivitäts-Kampagne den Schritt nach draußen wagen kann, ist erst ist intern für hohe Attraktivität als Arbeitgeber zu sorgen. Der zutreffende Begriff für diese „interne Arbeitgeberattraktivität“: Personalbindung.

Ein hoher Grad an Mitarbeiterbindung, verstanden als emotionale Verbundenheit der Belegschaft zu dem Unternehmen, macht einen Arbeitgeber auch für Außenstehende attraktiv. Der unschätzbare Vorteil, wenn man die Schrittfolge einhält: Die internen Mitarbeiter sind als Arbeitgeberattraktivitäts-Botschafter einsetzbar. Attraktivität als Arbeitgeber spricht sich auf dem als Empfehlungspersonalmarketing bekannten Weg nahezu von alleine herum: in der Branche, in der Region und auch an den Unis.

Externe Attraktivität als Arbeitgeber

Das hat EDEKA nicht erkannt. Statt umzudenken, haute die Werbeagentur weiter in die falsche Kerbe. Nach „supergeil“ kam „hyper“ und damit Blondschopf H.P. Baxxter von Scooter. Er verspricht Bewerbern, dass sie bei EDEKA nur auf „hyper Kollegen“ treffen werden. Doch die Bewerber scheinen ihm das nicht zu glauben: Auch die Hyper-Kampagne brachte nicht die gewünschten Erfolge für die Attraktivität als Arbeitgeber.

Attraktivität als Arbeitgeber: Weiterführende Informationen

Und heute? Die Marschrichtung bei EDEKA lautet nun „Was die Automobilkonzerne haben, können wir uns auch besorgen“: Nämlich attraktive Produkte. Sie sollen den immer offenbarer werdenden Mangel an interner Attraktivität als Arbeitgeber ausgleichen. Weil aber Nahrungsmittel im Moment noch kaum ein Bewerber wirklich als attraktiv empfindet, müssen sie von der Werbeagentur mit aufwändigem Marketing schöngeredet werden. Genau das versucht EDEKA zurzeit. Die neueste Arbeitgeberattraktivitäts-Kampagne läuft unter dem Titel „Wir lieben Lebensmittel“.

Sollte es EDEKA wirklich gelingen, hiermit Lebensmittel in den Augen potenzieller Bewerber zu attraktiven Produkten zu machen, hat EDEKA zweifellos der gesamten Branche einen großen Dienst erwiesen. Ob es beabsichtigt war, dass REWE, Lidl, ALDI oder die Metro Group mitprofitieren?

Produkte schönreden?

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es der Werbeagentur nicht gelingt. Mit schicken Autos können selbst die leckersten Fleischwürste eben nicht konkurrieren. Es bleibt abzuwarten, ob dies genauso ein Schuss in den Ofen wird wie die „Supergeil“- und die „Hyper“-Kampagnen. Wieder setzt EDEKA den Hebel an der falschen Stelle an. Dabei ist es doch gar nicht schwer zu verstehen: Erst interne Arbeitgeberattraktivität, dann externe.

Wie Unternehmen einen hohen Grad an interner Arbeitgeberattraktivität und Personalbindung erzielen können, der auch für die externe Attraktivität als Arbeitgeber nutzbar wird, beschreibt Gunther Wolf in dem Magazin Bodymedia. Wenn Sie den Artikel als PDF erhalten möchten, nutzen sie bitte die Download-Möglichkeit bei unseren Employer Branding Publikationen.

Informationen abrufen

Falls Sie sich lieber direkt mit einem Experten darüber austauschen möchten, was Sie konkret in Ihrem Unternehmen für die Steigerung der internen und externen Attraktivität als Arbeitgeber tun können, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

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BODYMEDIA
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